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Bekanntmachung:
Neuer Webauftritt unserer Kirchengemeinde

Liebe Besucherinnen und Besucher unserer Webseite,
seit einiger Zeit planen und arbeiten wir an einem neuen Webauftritt für unsere Kirchengemeinde. Nun ist es bald soweit und wir möchten Sie bereits jetzt, im Vorfeld, darauf aufmerksam machen, dass hier bald vieles anders aussehen und die Struktur der Menü-Führung geändert wird. Damit wollen wir Ihnen eine attraktivere und spannendere Webseite präsentieren, die Ihnen hoffentlich auch mehr Spaß macht. Das folgende Bild gibt Ihnen schon mal einen ersten Eindruck vom zukünftigen Erscheinungsbild. Auch würden wir uns über Ihre Meinung zum neuen Webauftritt freuen!
Ihre Evang. Kirchengemeinde Starnberg

Neuer Webauftritt unserer Kirchengemeinde(Bild anklicken zur Vergrößerung)

Kolumne Januar 2018:

Nachgedacht

Ein Wort des Sehers Johannes als Begleitspruch für das Jahr 2018 – Die Jahreslosung

Am Ende eines Jahres steht der Rückblick. Noch einmal schauen wir auf das, was in den zurückliegenden 12 Monaten in der Welt passiert ist, erinnern noch einmal an die Bilder, die wir schon fast vergessen hatten. Selten gehen wir ganz zurück an den Anfang eines Jahres, dahin, wo Zukunftsforscher erste Vorhersagen aufgestellt haben. Wenn doch, dann sind wir überrascht, welche Jahresvorhersagen eingetroffen sind und welche nicht. Die Fehlerquote liegt hier nämlich sehr viel höher als die Trefferquote und das, obwohl es sich doch um einen relativ übersichtlichen Zeitraum von nur 12 Monaten handelt. Rückblickend erkennt man, wo das Problem der Vorhersagen ist: je konkreter, desto geringer die Wahrscheinlichkeit, dass sie richtig liegt. Je allgemeiner, desto größer die Chance, doch irgendwie eine Entsprechung zu finden.

Der biblische Satz, die uns als Leitwort durch das neue Jahr begleiten möchte, entstammt dem letzten Buch unserer Bibel, der Offenbarung. Dieses Buch wurde immer wieder als eine Vorhersage von konkreten weltpolitischen Ereignissen verstanden – bis dahin, dass man mit Verweis auf den Autor Johannes meinte, den Weltuntergang genau datieren zu können. Als ein solches Orakel ist das Buch des Sehers aber sicher nicht zu verstehen. Und auch die Jahreslosung, die dem 21. Kapitel entnommen ist, ist weit mehr als eine Vorhersage.

Gott spricht: Ich will dem Durstigen geben von der Quelle des lebendigen Wassers umsonst.

So lautet der Satz, der uns als Jahreslosung für 2018 gegeben ist.
Hunger und Durst werden wir auch im nächsten Jahr haben. Im konkreten wie im übertragenen Sinn. Johannes, der sein Buch in einem heißen Land schreibt, wo Wasser knapp und daher besonders kostbar ist, greift bewusst auf dieses Bild zurück. Es geht ihm um die Grundlage des Lebens, um das lebensbegründete und lebensnotwenige Gut. Doch seine Worte gelten nicht den Wüstenbewohnern, sondern Christen, die wüste Zeiten erleben. Der im Exil lebende oder verbannte Johannes schreibt im ausgehenden 1. Jahrhundert. Die römische Fremdherrschaft fordert von den christlichen Gemeinden das Bekenntnis zum Kaiser und reagiert bei abweichendem Verhalten mit der Todesstrafe. Die noch jungen Gemeinden sehnen sich danach, selbstbestimmt und frei ihren Glauben leben zu können. Sie sehnen sich nach dem, wonach sich alle Menschen sehnen: Sicherheit und Freiheit, eine Zukunft für die Kinder.

Auch wir bringen in das neue Jahr unsere Sehnsüchte, unser Verlangen, unsere Wünsche mit:
Wir schauen auf unsere Kinder und hoffen, dass sie in diesem Jahr schaffen, was ansteht: z.B. der Übertritt oder ein Schulabschluss, wir hoffen und wünschen, dass sie ihren Weg finden und gehen können.
Andere schauen auf das, was gerade im Umbruch ist und hoffen, dass es 2018 z.B. beruflich neue Perspektiven geben wird. Wieder andere, die gesundheitlich belastet sind, sehnen sich nach einer Zeit der Genesung, an eine Wieder-Teilnahme am Leben. So wie es sicherlich auch all denen geht, die im letzten Jahr einen lieben Menschen verloren haben und immer noch nach der Quelle suchen, aus der sie neue Lebenskraft schöpfen können.
Es ist gut, dass wir diesen Lebenshunger und diesen Lebensdurst spüren, auch wenn beides quälend sein kann. Denn darin drückt sich aus, dass es etwas gibt, was unter der Oberfläche zu finden ist. Nur wer diese Sehnsucht in sich trägt, ist sensibel für das Gut, das sich hinter dem Vordergründigen verbirgt. Nur wer durstig ist, macht sich auf die Suche nach der Quelle. Durst gehört zum Leben – ebenso wie das gedürstet werden.

Es gibt Bilder, die im Laufe der Zeit an Kraft verlieren oder erklärt werden müssen, weil sie in der modernen Welt keinen Bezug mehr haben. Mit dem Wasser und der Quelle aber ist das anders. So sprechen wir auch ganz selbstverständlich von den Kraftquellen, die wir haben und aus denen wir schöpfen können. Diese können unterschiedlich aussehen:
Für den einen ist es die Familie. Für andere die Partnerschaft oder sind es gute Freunde.
Eine Quelle, die Lebenskraft und Lebensfreude schenkt, kann auch Musik oder die Stille, eine Reise oder die Planung eines Festes.

Johannes spricht von einer solchen Quelle. Er spricht von dieser Quelle im Kontext einer großen Vision. Eine Vision ist keine Gegenwartsbeschreibung, aber auch keine Wunschvorstellung. Für eine Vision gilt, dass an dem, was kommt, sichtbar wird, was geht schon gilt, was wahr ist.

Die Quelle des lebendigen Wassers, an die Johannes die bedrängten Christen seiner Zeit erinnert, ist die Wahrheit in Christus, die unbesiegbar und nicht versiegend ist. Trotz der Bedrohungen, denen der Glaube ausgesetzt war.

Heute, rund 1900 Jahre später, dominiert zum Glück keine Endzeitstimmung, was aber auch verloren geht, ist die Gewissheit der Werte, die wir eine Zeit glaubten, sicher zu besitzen, wie z.B. unsre demokratischen Prinzipien, die Rechtstaatlichkeit, die Freiheit des Denkens und des Glaubens. Stattdessen werden wir auch in diesem Jahr dem entgegentreten, was nicht nur zum Bild auf der politischen, sondern auch Ausdruck unseres gesellschaftlichen Selbstverständnisses geworden ist: die Angst um das eigene Ich, die sich ausdrückt in einem America first, Great Britain first, meine Familie zuerst, mein Ego zuerst. Wie sensibel unsere errungene Werte angesichts scheinbarer oder tatsächlicher Bedrohungen sind, war auch im vergangenen Jahr zu spüren, nicht zuletzt in den Wahlen des Bundestages, wo gerade die großen demokratischen Parteien erschreckend viele Stimmen verloren haben und war bis in dieses Jahr nachwirkt.

Das Wort des Sehens Johannes passt auch in unsere Zeit – und es tut uns gut. Denn hier geht es gerade nicht darum, sich der Sehnsucht, des Lebensdurstes, von Menschen zu bedienen und dafür eine Gegenforderung zu stellen. Sondern sie an eben jene Quelle zu erinnern, die gibt, ohne Bedingungen zu stellen – sola gratia, allein aus Gnade. Kein Schnäppchen, keine Mangelware, sondern höchstes Gut, und das ohne Gegenrechnung, einfach umsonst.

Es ist eine Quelle, die keine Geldquelle ist, sondern eine Quelle des Glauben, die darauf gründet, dass Gottes Wahrheit in Jesus Christus Mensch geworden ist, verletzlich und unscheinbar und doch wirkmächtig und unvergänglich.

Das ist eine – wie ich finde – wunderbare Erinnerung, die zugleich Programm sein darf und die wir gut in dieses Jahr mitnehmen können. Persönlich, aber auch als Gemeinde und als christliche Kirche, die auch 2018 aus dieser Quelle schöpfen darf.


Mit freundlichen Grüßen
Pfarrerin B. Reichenbacher

Tageslosung für:

Freitag, 19. Januar 2018
Die Worte des HERRN sind lauter wie Silber, im Tiegel geschmolzen, geläutert siebenmal.
Ihr scheint als Lichter in der Welt, dadurch dass ihr festhaltet am Wort des Lebens.
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